Dieser Text erscheint als Vorwort im neuen Musikatlas 2010
Wer braucht noch Musikmedien?
Die Branchen überleben an den Extremen. Die Parallelen zwischen Medien und Musik.
Überraschung! Die Musikindustrie hat sich in den letzten 15 Jahren massiv geändert. Nein, andersrum: Die Musikindustrie ist in den letzten eineinhalb Jahrzehnten gewaltsam und gegen größten inneren Widerstand geändert worden und zwar von denjenigen, die den Geldhahn zugedreht haben, von den Konsumenten. Was dazu geführt hat, ist mittlerweile einfach erklärt: Die gehandelte Ware, auf Tonträgern verpackte Musik, wurde schlicht und einfach ihres Trägermediums entledigt und digital praktisch kostenlos verteilbar gemacht. Eine Zeit lang versuchte die Industrie mit Nutzungsrechten, Kopierschutz, etc. die Vervielfältigung zu unterbinden und verschwendete sehr viel Energie damit, eine geänderte Realität mit rechtlichen Mitteln bekämpfen zu wollen. Dieser Kampf befindet sich in den letzten Zügen, während sich natürlich schon die Gewissheit durchgesetzt hat, dass die Erlöse nicht mehr aus dem Verkauf von Musik im eigentlichen Sinn kommen werden. Musik muss richtig verpackt werden: als hoch qualitatives, leicht auffindbares Audiofile, als schön gestaltetes Sammelwerk in Form einer CD oder sogar Vinyl, aber auch als Konzert, als künstlerische Auffettung von faden TV-Serien und aufregenden Werbespots bzw. umgekehrt. Schlussendlich liegt es an den Künstlern selbst bzw. den vermarktenden Rechteinhabern mittels Musik Aufmerksamkeit zu schaffen, die verkauft werden kann.
Was für die Musikindustrie gilt, ist auch auf die Musikmedien anzuwenden, deren traditionelles Vertriebsmodell v. a. in Bezug auf Print, aber auch TV nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Radio wurde ohnehin schon lang vom Fernsehen in seine Nische zurückgedrängt, hält sich dort aber auch stabil. Ein Printmedium kann punkto Aktualität mit Online natürlich nicht mithalten, ganz zu schweigen von der Möglichkeit Musik(videos) überhaupt gleich abspielbar mitzuliefern. Jede Neuigkeit, jeder Gossip zu allen Künstlern der Welt ist binnen Mikrosekunden via Suchmaschine auffindbar. Jeder Künstler kann ganz direkt mit seinen Fans kommunizieren und es gibt auch solche, auch ganz oben, die das wirklich beherrschen.
Brauchen wir hier noch Musikmedien, wenn es diesen unmittelbaren Kanal gibt? Eine nicht ganz rhetorische Frage, denn natürlich gibt es das Bedürfnis nach gutem Journalismus, einem dritten Blickwinkel, einer gut herausgearbeiteten Hintergrundgeschichte, einem intelligent geführten Interview. Und es gibt offensichtlich im Markt auch die Sehnsucht nach Claqueuren, Jubelmedien, die unreflektiert die PR-Texte abtippen, seichte Interviews mit überdimensionalen Fotos kombinieren und so release-getrieben agieren, als gäbe es kein Gestern.
Die Zwischenform des Informationsjournalismus ist im Begriff den Überlebenskampf zu verlieren. Die Flut der generalistischen Spartenmagazine ist ins Digitale emigriert. Die beiden oben genannten, extremen Ränder brauchen sich derzeit nicht übertrieben sorgen, denn sie bedienen auf der einen Seite die Musikverbraucher, die im wörtlichen Sinn von kurzlebiger Begeisterung getrieben an der Oberfläche schwimmen und jene, die tiefer eintauchen und den Sammel- und Wissenstrieb der Musikliebhaber adressieren.
Der ORF hat Luigi Schober und mich zu einem Gespräch über den Erfolg der FPÖ bei den jüngsten Landtagswahlen gebeten.
Ein paar Sekunden davon sind im O-Ton zu sehen und hören. Viele weitere Gedanken aus der Diskussion finden sich im redaktionellen Beitrag verwertet. Sehr interessant sind auch die O-Töne der begeisterten JungwählerInnen (“superne Wahlplakate”).
Österreichs wichtigster Musikpreis, die Amadeus Austrian Music Awards, steht anlässlich seiner zehnten Verleihung am 10. September 2009 im Wiener Museumsquartier ganz im Zeichen der Erneuerung. Super-Fi hat Senf und Ketchup dazu gepackt und neben der Trophäe (David Zuderstorfer) auch das Logo (Patrick Jankun) neu gestaltet. Gemeinsam mit Mamis und ConseQuences wurde die komplette Vergabemechanik der Awards re-konzipiert. Nunmehr bestimmen die MusikkonsumentInnen, wer die Awards bekommt. All das wurde gestern im Rahmen einer Pressekonferenz von Hannes Eder (Präsident, IFPI), Michael Rauch (Marketing, A1) und Niko Alm präsentiert (siehe dazu Bericht auf thegap.at). www.amadeusawards.at
Immer mehr Unternehmen stellen sich die Frage, wie sie sich im Web 2.0 positionieren sollen. Da simples Ignorieren des neuen, an Performance orientierten Webs einfach nicht mehr möglich ist, veranstaltet Werbeplanung.at in Wien einen Digital-Marketing-Kongress, bei dem sich Interessierte Informationen von ExpertInnen holen können. Von 16. bis 17. Juli wird in mehreren Workshops und Tracks auf die verschiedensten Arten des digitalen Marketings eingegangen.
Anhand von zahlreichen Beispielen kann man etwa erfahren, wie Print und Online erfolgreich eine Synergie bilden können (Atha Athanasiadis, Chefredaktuer von News), was Mobile Advertising Kampagnen erfolgreich macht (Harald Winkelhofer von IQ Mobile) oder was die spannendsten Web-Startups aus Österreich vereint oder auch nicht – hier sprechen etwa Christopher Clay von Soup.io, der tripwolf.com-Gründer Sebastian Heinzel oder Georg Hitzenberger von play.fm unter der Moderation von Helge Fahrnberger. Super-Fi ist beim Kongress durch Niko Alm vertreten, der den Panel über Social Media Marketing mit Gesprächspartnern wie Albert Malli von Ö3 oder Hannes Treichl (ANDERS / denken) moderiert. Das Zusammentreffen von hochkarätigen Informationsträgern für den Austausch des aktuellen Marketing-Wissens ist insbesondere für Menschen zu empfehlen, die ihre Produkte aktiv im Web 2.0 pushen wollen.
Super-Fi setzt unentgeltlich die Atheist Bus Campaign für Wien um.
„There is probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.“ Mit dieser Meldung auf Londoner Bussen begann eine atheistische Initiative unterstützt von Richard Dawkins im Jänner 2009 eine Diskussion um die Rolle von Religion in der Öffentlichkeit. Die Kampagne verbreitete sich schnell in andere Länder und rollt auch nun in Österreich aus.
„Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Werte sind menschlich – auf uns kommt es an“
Super-Fi startet nun gemeinsam mit AG-ATHE (AtheistInnen und AgnostikerInnen für ein säkulares Österreich), AHA (Allianz für Humanismus und Atheismus) und dem Freidenkerbund ein Werbependant in Wien. Hierzulande sind seit 1. Juni Fahrgäste der Buslinien 13A und 14A mit der Botschaft „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Werte sind menschlich – auf uns kommt es an“ konfrontiert. Die Kampagne soll zum Nachdenken über den zu hohen Stellenwert von Religion im öffentlichen Leben anregen. Nach den Holzkreuz-Eskapaden HC Straches und der religiös motivierten Gewalt-Eskalation der Sikhs scheint der Zeitpunkt passend und überfällig zugleich.
In Deutschland und Italien haben die Verkehrsbetriebe mehrerer Städte die Sujets aus Angst vor öffentlichem Protest abgelehnt. “Dass es in Wien besser läuft, ist doch ein Zeichen, dass zumindest in Österreich der Umgang und die Diskussion mit dem Thema entspannter und sachlicher stattfinden könnte,” meint Niko Alm, Geschäftsführer von Super-Fi zur Kampagne.
Super-Fi wickelt die Werbeaktion mit vorerst 3 Bussen der Wiener Linien unentgeltlich ab. Um weitere Öffentliche Verkehrsmittel auch in anderen Städten mit den Sujets ausstatten zu können, wird ein Spendenkonto eingerichtet. Eine kontroverse Diskussion wird mit Freude erwartet.
Werbeplanung.at ist auf der Suche nach den besten Onlinern. Unter der Kategorie “Kreative”, findet sich unter drei weiteren Mitstreitern (Michael Katzlberger -Tunnel23, Michaela Kerschbaum - PKP proximity und Sebastian Kainz - Demner, Merlicek & Bergmann) auch Niko Alm wieder. Der MMK hat natürlich fleißig gevotet und sieht dem Ergebnis mit Zuversicht entgegen. (Stimmabgabe bis 1. Februar)
Gegen die Quotenschlampen und Laola1 haben wir verloren. Naja und leider noch so gegen einige mehr. Obwohl wir uns dieses Jahr beim Horizont Soccer Cup wieder nicht unter die Top 10 spielen konnten, erreichten wir zumindest einen ehrenhaften 23. Platz (von 40 Mannschaften), mit nur 2 Gegentoren. Natürlich durch ein einzigartiges Teamplay. Wir danken unseren Brüdern und Schwestern, adidas als Dresssponsor und unserem prominenten Legionär Dieter Brosz. Ohne sie hätten wir es womöglich nicht so weit geschafft.