Theorie & Praxis
Der Werberat spielt sich wieder einmal als Wächter der guten Sitten auf und verteufelt (siehe Etat) die jüngste Kampagne von gantnerundenzi für bet-at-home.

Das Branchenmedium Horizont traut sich in der Person eines gewissen Herwig Stindl sogar Stellung zu beziehen. Als ob der Autor eine Gottheit beschwören wollte, ruft er den Werberat an: “Im Kodex des Werberat steht wohl formuliert [... bla bla ...] Werberat, agieren Sie: Weg mit diesem Dreck!”
Na wenn es sogar im heiligen Kodex des ehrenwerten Werberats steht!
Die Antwort von Markus Enzi folgt auf den Kopfstoß.
Mir liegt es fern hier diese Kampagne zu bewerten, was nicht heißt, dass ich nicht eine Meinung dazu habe, aber es geht mir an dieser Stelle darum den Werberat einmal mehr zu hinterfragen. Wer braucht den?
Antwort: Niemand.
Weil:
1) Medien können Werbemittel einfach ablehnen!
Die tun es nicht, weil sie natürlich jedem Eurocent hinterherhecheln und geduldig auf das Einschreiten des Werberats warten, wenn die Kosten bereits angelaufen sind. Heuchler!
2) Konsumenten können die angebotenen Produkte einfach ablehnen!
Wer sich von bet-at-home werblich vor den Kopf gestoßen fühlt, wird einfach nicht wetten. Allen anderen ist es offensichtlich eh Banane.
3) Es gibt Gesetze.
Wir leben in einem Rechtsstaat. Werden Gesetze übertreten, kann das im Rahmen dieser Gesetze geahndet werden. Aber nicht einmal bei den grauslichsten Politplakaten wird der Paragaph der Verhetzung bemüht. Und der Werberat? Der fühlt sich da nicht zuständig! Heuchler!
Einen ähnlichen Fall hatten wir übrigens vor 2 Jahren mit diesem Plakat.

Damaliges Posting: Erwin Pröll: Ein unerwünschter Vorahmer?
Einen Kommentar von mir zu Werbung als öffentliches Ärgernis auf alm.at